Bahnhofsumbau mit Pommes

Manchmal verstehe ich nur Bahnhof, das hat aber nichts mit diesem Artikel hier zu tun.

Aktuell wird mein Heimatbahnhof runderneuert, schöne Sache angesichts dessen das sich das ein oder andere ändert. Die Rheinische Post schreibt:

Gelderns Vorzeige-Bahnhof im Fokus (zum Artikel)

Vorzeige Bahnhof? Dem kann ich fast zustimmen. Sagen wir mal so, er wird es hoffentlich werden. Ich springe mal direkt ein Stückchen weiter in dem Artikel und finde folgendes Zitat sehr passend:

Tomke Janowitz (17) zum Beispiel hat den Stationsbericht mit Verwunderung gelesen. Der gut ausgebaute Bahnsteig vorm Bahnhofsgebäude hat ein gutes Urteil ja vielleicht verdient, meint er. Aber die gegenüberliegende Seite, „die auf jeden Fall nicht. Das ist nicht gerechtfertigt“.

Das schöne daran ist, er hat Recht. Wie oft hab ich mich morgens in meiner geistigen Umnachtung auf den Bahnhof wagen müssen, mich beinahe derartig auf die Schnauze gelegt, weil diese Buckelpiste echt tückisch auf das nächste Opfer wartet, wenn man da nicht ganz bei der Sache ist und mal kurz die Aufmerksamkeit verliert ist es schon passiert. Ganz besonders schön finde ich vor der Plakatwand den kleinen Wald (ich nenne ihn herzlichst Wald). Was soll dieser Busch, der ist weder schön, noch  gepflegt noch ergibt er irgendeinen Sinn außer den ganzen Müll aufzufangen der sonst  in Richtung Niersforum durch den Wind verweht werden würde. Was man da alles drin findet. Ich möchte es gar nicht beschreiben… Das stufenlose Ein- und Aussteigen in Züge betrifft mich nicht unbedingt, ist aber mit Sicherheit ein Hindernis für Menschen die darauf angewiesen sind. Die Metalltreppe scheint für viele ein Dorn im Auge zu sein, mal ehrlich, was juckt mich das ob die da steht oder nicht, ich finde sie schön. Klar, manchmal habe ich schon Angst das mir etwas auf den Kopf fällt, aber mensch, das kann mir auch überall anders passieren.

Nachdem ja vor einigen Jahren die Unterführung gebaut wurde, die wie ich finde sehr gut ankommt, wird jetzt die Front umgebaut. Wird auch Zeit. Die Bäume verschwinden die ich eh schon immer für eine reine ABM hielt. Das ganze Laub muss ja schließlich entfernt werden, gestutzt werden müssen die Bäumchen auch hin und wieder, praktisch. Besonders schön war die Anlage nicht. Ich muss zu meiner Schande gestehen einen wirklich Plan noch nicht gesehen zu haben, wie wird also der neue Bahnhof aussehen? Noch viel mehr „vorzeige Bahnhof“? Ich bin gespannt. Interessant finde ich noch folgendes Zitat:

Seit dem Jahr 2011 ist der reguläre Reinigungsdienst dafür an das „Haus Freudenberg“ vergeben. Bei „besonderen Verunreinigungen“ springt der Bauhof ein. Und das sind keineswegs seltene Einzelfälle. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass die beleuchteten Wände der Fußgängerunterführung mit Fäkalien beschmiert werden. „Wer sich diese Arbeit und Mühe macht, wissen wir nicht“, sagt van Stephoudt sarkastisch. „Aber unser Bauhof fährt regelmäßig hin.“

Muss ja ein tolles Hobby sein an beleuchtete Wände zu kacken… Respekt! Ich wüsste dann gerne wie sowas abläuft, vor allem jetzt im Winter, derjenige muss sich doch den „Arsch“ abfrieren… Witzig ist anders aber mit ein bisschen Humor… Herrlich!

Vielleicht liegt das auch daran das Pommes-Erik keine Toilette an seiner Fettschleuder stehen hat, irgendwann muss man halt mal austreten. Wo wir gerade beim Thema sind: was ist da los? Er muss im Juni das Feld räumen, schön oder nicht schön? Die RP (bald schon meine liebste Zeitung im Internet) schreibt:

Die Genehmigung dafür läuft im Sommer aus. Er aber sagt: „Ich will hier bleiben.“ Dafür sammelt er jetzt Unterschriften, es gibt sogar eine Petition im Internet.

„Ich will hier bleiben“… Das ist ja einfach. Das haben auch schon andere gesagt. Jetzt mal Butter bei die Fische und auch wenn ich danach von dem ein oder anderen bestimmt blöd angeschaut werde, warum soll er da bleiben? Ganz ehrlich, wenn ich von der Arbeit komme hat der Laden dicht, ich bin zu einer völlig normalen, humanen Arbeitnehmer Zeit (zwischen 17:30 – 18:30 Uhr) in der Heimat, da hat der Laden dicht, selbst wenn ich eine Portion Fritten von ihm haben möchte würde ich die nicht bekommen. Ja Kinder, was ist denn das bitte, eine Pommes-Bude an einem Bahnhof an denen ich zu normalen Uhrzeiten keine Pommes bekomme, ja Mensch, das ist ja eine Dienstleistung, grandios. Klar, wir haben jetzt Winter und im Sommer hatte er auch schon hier und da mal länger geöffnet, aber das kann es doch nicht sein. Da ich aktuell so ein bisschen auf zitieren bin finde ich noch folgendes Stückchen super:

Er weiß nicht, wie es weitergehen soll, wenn er nicht mehr am Bahnhof stehen darf. „Mein Ziel war das hier. Der Traum ist im Juni quasi vorbei“, sagt er und deutet auf „seinen“ Wagen – das Fahrzeug gehört ihm nicht, sondern ist gemietet. Das Geschäft laufe zwar gut, aber Rücklagen habe er sich nicht schaffen können: „Im ersten Jahr, da muss man investieren. Im Moment arbeite ich für die Rechnungen.“

Tut mir leid, wenn man seine Bude nur am Mittag öffnet, wo das meiste potenzielle Arbeitnehmer Klientel mit Liquidität auf der Arbeit abhängen muss, darf man sich nicht wundern das man nicht genug verdient um Rücklagen zu schaffen. Entweder ist das ein absoluter Denkfehler den ich gerade in meinem verdunstetem Hirn schmiede, oder er…

Ich bin gespannt was aus dem Krimi noch wird. Meine Meinung wird wahrscheinlich keinen interessieren, aber ich muss gestehen, auch wenn ich gerne mal eine tüte Pommes mit ner Frikandel zu mir nehme, von mir aus kann er das Feld räumen, ich bekomme ja dank den Öffnungszeiten eh nie was ab. Interessieren würde mich wer denn die zusammengezählt 400 Unterschriften inklusive online Petition unterschreibt, haben wir so viele Leute in Geldern die am Mittag Zeit haben um bei ihm zu essen? Mensch müssen die einen geilen Job haben.

Quellen: 

Rheinische Post: Hilferuf für die Pommesbude

Rheinische Post: Gelderns vorzeige Bahnhof im Fokus

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